Der Impuls zum Fünften Fastensonntag, gesprochen von Propst Hans-Bernd Serries:

Impuls fünfter Fastensonntag

Die 5. Woche in der Fastenzeit ist in diesem Jahr geprägt von zwei besonderes Gedenktagen. Am kommenden Freitag, dem 26. März, feiern wir hier in Billerbeck und im Bistum Münster das Hochfest des Hl. Ludgerus, der als erster Bischof von Münster im Jahr 809 hier in Billerbeck gestorben ist.

Und schon am Montag, dem 22. März, gedenken wir des 75. Todestages von Clemens August Kardinal von Galen, der 1946 als Bischof von Münster starb und durch sein mutiges Auftreten gegen die Willkür der Nationalsozialisten weltweit bekannt wurde.

Der Heilige Ludgerus und der Selige Kardinal von Galen – beide sind in unserem Dom gewissermaßen präsent durch die Reliquien, die in der Stele vorne im Dom aufbewahrt werden.

Der selige Kardinal von Galen könnte uns im Blick auf seinen Sterbetag vor 75 Jahren und an diesem Sterbeort seines ersten Vorgängers vor 1212 Jahren so etwas wie eine Katechese über den Umgang mit dem Tod halten.

Am 23. Februar 1944, in einer Zeit also, in der sein Bischofshaus und die Stadt Münster durch den 2. Weltkrieg schon in Schutt und Asche lagen, in der er selbst schon mehrmals dem Tod entkommen war und in der noch längst nicht klar war, wann der schreckliche Krieg mit den unzähligen Toten ein Ende finden würde, in dieser Zeit schrieb der Kardinal in einer Ergänzung zu seinem Testament:

„Ich will den Tod bereitwillig zu jeder Zeit, an jedem Ort, auf jede Art, wie es Gott gefällt annehmen und hoffe und verlange inständig als treues Kind der heiligen römisch-katholischen Kirche zu sterben. Ich bitte täglich meine liebe himmlische Mutter, die allerseligste Jungfrau Maria, daß sie mir eine selige Sterbestunde erflehe, in der ich gereinigt und gestärkt durch die hl. Sakramente, in der hl. Kommunion mit Jesus vereinigt, in die Ewigkeit hinübergehe.“

„Wer sein Leben liebt, verliert es, wer aber sein Leben in dieser Welt gering achtet, wird es bewahren bis ins ewige Leben“ (Joh 12,25), so hören wir es an diesem Sonntag im Evangelium.

Das Sterben ist im Grunde ein zutiefst menschlicher Akt, der gestaltet sein will. Manche von uns haben das in der eigenen Umgebung vielleicht schon erfahren: Nur wer JA sagt zum Sterben, kann im Frieden diese Welt verlassen. Für uns Christen ist dabei unumstößlich, daß ich mein JA zum Sterben ganz eng verbinde mit dem JA zu Gottes Willen, der jedem Menschen das Leben geschenkt hat und der allein auch das göttliche Recht hat, dieses Leben zu einem Ende zu führen.

„Wenn ich von der Erde erhöht bin, werde ich alle zu mir ziehen“ (Joh 12,32), sagt Jesus uns im Evangelium.

Wenn wir diesen Schatz unserer christlichen Hoffnung im Blick behalten, dann bleibt die Kunst des rechten Lebens und Sterbens für uns kein Fremdwort.

„Laßt uns … darüber wieder einmal nachdenken, um uns zu freuen an dieser herrlichen Bestimmung, die unserem Erdenleben erst vollen Sinn gibt und nie versagende Fröhlichkeit“,

so ermutigte Bischof von Galen in einem Tondokument, dass es aus dem Jahr 1934 noch gibt. Ein solcher Umgang mit der Realität des Todes hilft uns im Leben und wird uns auch die Fröhlichkeit im Leben nicht verderben.

 

Propst Hans-Bernd Serries

 

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