Beigabe die Schaubrote und den Brandopferaltar, daneben den siebenarmigen Leuchter, Symbol Gottes und seiner immerwährenden Gegenwart und Liebe. -Aufsteigend wird der Neue Bund dargestellt, in welchem alle Verheißungen ihre Erfüllung finden: Die Verkündigung der Menschwerdung des Sohnes Gottes und die Geburt Jesu Christi.
Das halblinke Fenster spricht von des Menschen Unheil und von Gottes Heil: Die Vertreibung der Stammeltern aus dem Paradies und Gottes Heilsverheißung in Maria, der neuen Eva. — Das Goldene Kalb weist auf die Menschen hin, die nicht aufhören zu sündigen, aber trotz dieses Götzendienstes begleitet Gott sein Volk durch die Wüste, schenkt ihm Manna und Wasser, Gaben, die auf die Eucharistie hinweisen
Die Überwindung des Bösen geschieht durch den Erlöser: Die Versuchung Jesu wird durch die Steine, die Zinne des Tempels und den Berg angedeutet: Jesus erweist dem Versucher gegenüber seine Bundestreue zu Gott. — In der Taufe des Johannes stellt sich Jesus auf die
Seite der Sünder, neben ihm stehen Menschen, die gläubig zur Buße bereit sind wie auch mißtrauisch blickende Schriftgelehrte.
Das Fenster rechtsaußen will die Vollendung der Erlösung durch Jesu Tod und Auferstehung verkünden, prophezeit durch den Auszug Israels aus Ägypten, hier dargestellt durch das Paschalamm und durch die Errichtung der ehernen Schlange durch Mose, Zeichen des Lebens.
Das Fenster linksaußen zeigt, wie Gott die Menschheit auf ihren Wegen begleitet: unten sieht der schlafende Patriarch Jakob die Himmelsleiter: den aufsteigenden Gebeten korrespondieren die vollen Gefäße, die von Gott kommende Gnade. - Mose erhält die zehn Gebote auf dem Berg Sinai, das Bundesgesetz. Jesus faßt alle Gebote in dem Hauptgebot der Gottes - und Nächstenliebe zusammen. Die Emmausjunger werden über den Lebens- und Leidensweg Jesu unterrichtet, so wie er in den Schriften angekündigt wurde. - Die Ausgießung des heiligen Geistes in Feuerzungen weist darauf hin, dass die Kirche ganz aus dem Geiste Christi lebt. Nach diesem Vorbild bemuht sich die Kirche seit 2000 Jahren, im gleichen Heiligen Geiste als Pilgerin auf dem Wege zu Gott zu leben.
Der ehemalige Hochaltar, heute Sakramentaltar, fügt sich in die Thematik der Chorfenster ein. Er zeigt, dass Christus, als er seinen Leib am Kreuz dahingab, die Opfer der Vorzeit vollendet hat" (Osterprafation). „Die Geburt Christi, die Einsetzung des Heiligen Altarsakramentes und die Kreuzigung — diese drei Geheimnisse der Liebe Jesu sind am Altar selbst veranschaulicht." (Schnitkemper, Festschrift von 1898, S. 58)
Der Altar zeigt an seiner Stirnseite (Antependium) drei Gemälde mit Opferszenen: Isaak, Melchisedek und Abel. Neben dem Tabernakel sind eine Krankenheilung und die Darstellung Jesu im Tempel in Holz geschnitzt. Der Flügelaltar zeigt die Brotvermehrung, das Abendmahl, die Geburt Christi, die Hochzeit zu Kanaa; auf seiner Außenseite die Auferstehung und Himmelfahrt Christi.
Die Heiligen im oberen geschnitzten Gesprenge stellen dar: (von links nach rechts) Petrus, Michael, Paulus, Maria und Johannes (beide unter dem Kreuz), Liudger, Josef und Nikolaus.
Von der übrigen reichen Ausgestaltung soll nur noch auf 28 Statuetten um den Tabernakel, die Expositionsnische und auf die Tiersymbole im Maßwerk der Reliefs hingewiesen werden.
Und wieder geht der Blick zum mittleren Fenster, welches das Bindeglied des Gesamtprogramms von Altar und Fenstern ist. Die Chorfenster stellte die Glasmalerei-Firma Anton von der Forst in Münster her, die Cartons wurden gezeichnet von Prof. Rafael Grünnes aus Ried, Oberösterreich.
Das Bildprogramm wird abgerundet durch die vier Evangelisten vor den vier Pfeilern und durch die zwölf Apostel über dem Chorgestühl. Vor den Vierungspfeilern am Chor stehen je ein großer, aus Kupfer angefertigter und vergoldeter siebenarmiger Leuchter und die Figuren Herz-Jesu und Herz-Maria.
frühen 18. Jahrhundert anzunehmen“ so Dr. Gottfried Stracke, in dessen Institut für historische Textilien in Köln das Gewand zur Restaurierung war. Ihre Erhaltung verdankt sich der Wertschätzung des Gewandes als Casel des heiligen Ludgerus.
II. Neben diesem Gewand wird dort ein altes münstersches Messbuch Aufstellung finden. Es ist das „Missale Monasteriense“ von 1632. Fürstbischof Ferdinand gab diese Neuausgabe in Auftrag, erfüllt von der Sorge um die Wiederbelebung des katholischen Glaubens und um die Einheitlichkeit des Ritus. Das Messbuch wurde gedruckt in der berühmten Plantin´ischen Druckerei des Balthasar Moretus in Antwerpen. Der Fürstbischof begründete in seinem Einleitungsbrief an den Klerus des Bistums das neue Messbuch damit, dass die Exemplare früherer Auflagen vergriffen und nach den Vorschriften des Trienter Konzils unzureichend seien. Das im Schauschrank gezeigte Messbuch ist mit Holzschnitten geziert. Die Gesammtauflage betrug damals 1275 Exemplare.